Das Going Light Syndrom

 

Das so genannte „Going Light Syndrom" ist eine Erkrankung des Magen-Darm-Traktes. Der Erreger ist ein Hefepilz (Macrorhabdus ornithogaster). In den meisten Fällen kommt es trotz normalem oder gesteigertem Appetit zu einer Abmagerung, da die Vögel das aufgenommene Futter nicht richtig verwerten können. Besonders empfänglich sind Vögel, die unter Stresssituationen leiden (z.B. Futterumstellung, Verlust des Partners, neuer Partner, Mauser usw.). Durch den Erreger wird die Immunabwehr der Tiere herabgesetzt, wodurch es häufig auch zu Sekundärinfektionen kommt. Es ist außerdem bekannt, dass Vögel ohne Krankheitssymptome mit dem Erreger leben, diesen ausscheiden und dadurch die Krankheit weiter verbreiten. Ein schlechtes Allgemeinbefinden, Würgen und Erbrechen von Körnern, Durchfall oder unverdaute Körner im Kot, sowie oben bereits erwähnt,die Abmagerung trotz normalem Fressverhalten, können Symptome dieser Erkrankung sein.

 

Verhaltensmaßregeln und Tipps zur Fütterung

 

Dem Vogel Wärme anbieten. Hierbei ist wichtig, dass die Wärme- oder Rotlichtlampe nur über einer Käfighälfte hängt. Der Vogel muss die Möglichkeit haben sich aus der Wärme bzw. dem Licht zurückzuziehen.

 

Anstatt Körner besser folgendes füttern:(leicht verdaulich)


Keimfutter

gequollener, über Nacht eingeweichter Hafer

grüne Hirse oder Hirse allgemein

Bisquit, Zwieback, milchfreier Kindergries - ohne Zucker!

Bird-Bene-Bac (Lactobazillen) als Paste oder Pulver über das Fütter geben

 

Zusätzlich kann ein Brei auf der Basis von Thymiantee verabreicht werden.


Tee: 1 leicht gehäufter TL Thymian bzw 1 Teebeutel auf 200ml heißes Wasser, 10 min ziehen lassen. (evtl. 1/2 TL zermörserten Anis bzw. 1 TL Spitzwegerich - wirkt schleimlösend)

 

Brei: Anfangs 5 Tropfen Thymiantee mit Getreidebrei mit Zwieback ohne Zucker! (z.B. von Milupa) anrühren. Wenn es dem Vogel gut bekommt, dann auf 12 Tropfen Tee + Brei erhöhen.

Wichtig: Der Brei muss geschmeidig sein, kann noch mit entsprechend Wasser angerührt werden - dickt nach.

Brei über einen Zeitraum von 3 Wochen 2 x wöchentlich verabreichen, dann 2 Wochen Pause.

 

Zusätzlich kann Magerquark und/oder hartes Eigelb gefüttert werden (max. 1 x wöchentlich sonst Eiweißüberschuss / Nierenbelastung)

 

Der Thymiantee kann auch 1:1 (anfangs) oder 4:1 (später) mit Wasser verdünnt im Trinknapf gereicht werden. Falls der Vogel diesen gut annimmt, kann man für die ganze Lebenszeit im Rhythmus 3 Wochen Gabe, 2 Wochen Pause den Tee verabreichen, um Reinfektionen vorzubeugen.

 

Wichtig:

 

Die oben beschriebenen Tipps zur Ernährung erfüllen nur dann ihren Sinn, wenn sie von den Vögeln auch angenommen werden. Stellen die Vögel ihr Fressen ganz ein, weil sie die oben genannten Dinge nicht kennen oder mögen, ist das schlecht. In den meisten Fällen können nicht alle genannten Punkte umgesetzt werden, daher ist es schon gut wenn Sie es auf 30 - 50 % schaffen. Dieser Ernährungsleitfaden dient lediglich als zusätzliche Unterstützung erkrankter Tiere und setzen eine tierärztliche Behandlung vorraus.